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4 von 10 – Wohnungsangebote mit gesenktem Preis

  • May 13
  • 2 min read

Ein Online-Tool, ein Blick auf ähnliche Inserate, dazu der emotionale Bezug zur Wohnung. Und schon steht der erste Angebotspreis - noch bevor der erste Makler überhaupt die Wohnung gesehen hat. Und natürlich soll der Preis, der hier ausgespuckt wird, auch am Ende beim Notar im Kaufvertrag unterschrieben werden. Das Problem dabei: Bei 4 von 10 Wohnungen wird dieser ambitionierte Angebotspreis im Laufe der Vermarktung deutlich nach unten korrigiert.


Manchmal entsteht der überhöhte Preis nicht aus Unwissenheit, sondern aus dem Wunsch, dass der Markt doch noch mitzieht. Dass genau dieser eine Käufer kommt, der diese Wohnung unbedingt will. Und schnell wird der Verkauf zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Käufer vergleichen genauer, rechnen strenger und nehmen sich mehr Zeit für Entscheidungen. Klarerweise durch gestiegene Zinsen, strengere Kreditvergaben und erhöhte Lebenshaltungskosten. Zeiten, wo „das ist sie sicher wert" funktioniert, sind längst vorbei. Interessenten, die vor 3-4 Jahren bei diesem Angebotspreis zur Zweitbesichtigung gekommen wären, verschwinden jetzt nach der ersten Besichtigung von der Bildfläche.


Je länger das Inserat online ist, desto mehr fragen sich neue Interessenten, warum das noch niemand gekauft hat. Eine Frage, die den Verkauf nicht leichter macht. Monate vergehen, die Motivation sinkt, das Inserat rutscht auf Seite 10 der Plattform.


Jetzt bleibt nichts anderes übrig, als den Preis zu reduzieren, um neue Interessenten oder jene, die das Inserat im Hintergrund beobachten und nur auf die erste Reduzierung warten, anzusprechen. Das fühlt sich schnell wie ein Verlust an, weil man noch immer das Gefühl in sich hat, was möglich gewesen wäre, wenn die Wohnung zum ersten Angebotspreis verkauft wird.

Und genau das ist die Ironie dabei: Am Ende wird verkauft, weil man es einfach nur mehr hinter sich haben will. Oft unter dem Wert, der von Anfang an drin gewesen wäre.


Wer von Anfang an realistisch einpreist, verkauft am Ende oft besser. Weil ein passender Preis von Beginn an mehr ernsthafte Interessenten anzieht, weniger Zeit kostet und deutlich weniger Verhandlungsdruck erzeugt. Mehrere Interessenten zur gleichen Zeit verändern die Dynamik eines Verkaufs.


Der Markt hat sich in den letzten Jahren verändert und verzeiht einen falschen Einstiegspreis einfach nicht mehr so wie früher.


 
 
 

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